Kartäuserkirche

Architektur einer Kartause

Die architektonische Besonderheit einer Kartause ist das Vorhandensein von zwei Kreuzgängen. Es gibt den traditionellen Kreuzgang, um den herum die wichtigsten Gemeinschaftsbauten wie Kirche, Kapitelhaus und Refektorium liegen. Das üblicherweise ebenfalls am Kreuzgang gelegene Dormitorium mit dem Schlafsaal der Mönche sucht man allerdings bei den Kartäusern vergeblich. Die Brüdermönche leben gemeinsam in einem eigens für sie errichteten Gebäude abseits des Kreuzgangs. Die Priestermönche dagegen wohnen in kleinen Häuschen, die sich von außen an einen großen zusätzlichen Kreuzgang schmiegen. Die einzelnen Häuschen sind streng voneinander getrennt. Jedes verfügt über ein eigenes umfriedetes Gärtchen und oft einen Laufgang. Ursprünglich waren zwölf Häuschen für die Patres vorgesehen. Oft wurden jedoch - wie in Köln - aufgrund einer größeren Anzahl von Patres weitere Häuschen durch Stichgänge mit dem großen Kreuzgang verbunden.
Eine Mauer umgibt das Klosterareal und schirmt die Mönche von der Außenwelt ab.
Gemäß dem strengen und entbehrungsreichen Leben, dem sich die Kartäuser unterwerfen, erwartet man eine Ordensarchitektur, die ebenfalls durch Schlichtheit geprägt ist. Einschiffigkeit und das Fehlen eines weithin sichtbaren Glockenturms sind dementsprechend typische Charakteristika einer Kartäuserkirche. Viele Kartausen wurden jedoch durch großzügige Stifter unterstützt, die so ihr eigenes Seelenheil sicherstellen wollten. Diesem Umstand verdanken zahlreiche Kartäuserklöster eine prunkvolle Ausstattung.

Blick in den Vorhof der Kirche

Blick in den Vorhof der Kirche
Foto: Martina Dienemann