Kartäuserkirche

Neue Sakristei

Ein weiter Bogen schafft heute räumlich eine Verbindung zwischen der Marienkapelle und der angrenzenden Sakristei aus dem Jahre 1510. Der Bau ersetzt einen Vorgängerbau, der bei Fertigstellung der Kirche 1393 bereits existierte. Deshalb wird dieser Raum auch "Neue Sakristei" genannt. Marienkapelle und "Neue Sakristei" werden von der Evangelischen Gemeinde als Trau- und Taufkapelle genutzt.
Ein Blick nach oben lohnt sich in der ehemaligen Sakristei ganz besonders: das kostbare spätgotische Netzgewölbe hat - wie durch ein Wunder - beide Weltkriege unbeschadet überstanden. Zwischen den sich verzweigenden Rippen sind Pflanzenmotive aufgemalt. Die spätgotischen Gewölbemalereien wurden in preußischer Zeit übertüncht, konnten aber wieder freigelegt werden. Die Gewölberippen werden von den rekonstruierten Wappen der Stifter Johannes Hardenrath und seiner Gattin Agnes van Merle aufgefangen.
Sehenswert ist auch das reich verzierte Orgelgehäuse von 1770, das in evangelischer Zeit in die Kartause gelangte. Das großzügige Geschenk der evangelischen Gemeinde Frechen ist das einzige in Köln erhaltene Werk aus der Hand des berühmten Orgelbauers Ludwig König.
Der Chorraum ist, in Anlehnung an jenen der Kirche, polygonal ausgebildet. Er birgt ein Triptychon, das ein niederländischer Meister Mitte des 16. Jahrhunderts anfertigte. Die Schauseite zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige; auf den Flügelaußenseiten ist die Verkündigung an Maria dargestellt.
Die Fenster der Neuen Sakristei gehen wie die der Kapellen und der Kirche auf den Münchner Künstler Carl Crodel zurück und entstanden Mitte der 50er Jahre.

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Netzgewölbe
Netzgewölbe, Foto: Martina Dienemann

Orgelgehäuse von 1770

Orgelgehäuse von 1770
Foto: Martina Dienemann