KartäuserKirche Köln

Ausstellung mit Werken von Jürgen Hans Grümmer

Malerei von Jürgen Hans Grümmer ist in einer Ausstellung zu sehen, die bis Sonntag, 30. Oktober in der Kartäuserkirche Köln, Kartäusergasse 7, jeweils dienstags bis samstags von 16 bis 18 Uhr sowie nach dem sonntäglichen Gottesdienst zu besichtigen ist.
Ausstellung mit Werken von Jürgen Hans Grümmer

Jürgen Hans Grümmer, 1935 in Köln geboren und 2008 dort gestorben, hat gerade 16jährig an der Werkschule in Köln als Schwerpunkt seines Studiums
Wandmalerei und Illustration gewählt. Bereits als Student gewann er die Ausschreibung der Wandgestaltung im Kölner Rathaus: "Europa auf dem Stier". In den nächsten Jahren gestaltete er weit über Köln hinaus öffentliche Räume, während er in seinem malerischen und zeichnerischen Werk als zentrales Motiv die Kombination von Wort und Bild herausarbeitete. Ungeachtet seines frühen Erfolges mied er den Kunstbetrieb, zog sich in die Eifel zurück, wo sein bildhauerisches Werk entstand, und durch eine
biografisch schwierige Lebensphase verstärkt trat er nur selten öffentlich auf, so dass der einstige Shooting Star von der Kunstszene kaum noch wahrgenommen wurde. Wie Kunst und Leben sich in Grümmers radikaler
Künstlerexistenz verschränken, zeigen seine Wort/ Bild-Konglomerate
und die auf Zigarilloschachteln mit individuellen Kürzeln versehenen Tageskalender.
Die mediale Verknüpfung von Text und Bild tauchte bereits im frühen Christentum auf, um die "Botschaft" für den lesekundigen Gebildeten inhaltlich zu präzisieren, dem Leseunkundigen reichte die visuelle Bildaussage. Als schließlich in der Moderne Sprache als objektives Kommunikationsmittel in Frage gestellt wurde, reflektierte auch die Kunst das Problem, was ein Bild überhaupt intersubjektiv vermitteln könne, und ob ein Text im Bild dessen inhaltliche Aussage erklären, vertiefen oder auch verschleiern solle.
Grümmer, der als junger Student Illustration wählte, ein Fach, in dem Wort und Bild, Visuelles und Sprachliches sich bedingen, weiß natürlich um die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungen in der Mixtur beider Medien. Die Ausstellung will die kombinatorische Vielfalt von Wort und Bild in Grümmers Werk aufzeigen: Sie umfasst humorvolle, alltägliche, politische Motive, existentielle Fragen und im Spätwerk zunehmend religiös-theologische Themen.
Das Zentrum der Ausstellung bilden daher der Vaterunser-, der Heilige-Barbara-Zyklus und die rätselhaften Typografien. Einen weiteren Schwerpunkt markiert eins seiner Hauptwerke, das im Kapitelsaal der Kartäuser entstandene und dort hängende, mit Textfetzen versehene Triptychon "Die Heilige Familie".
Konzeptionell fragt die Ausstellung nach der jetzigen Funktion öffentlicher Kommunikation, die Text und Bild kombiniert, um den Informationsgehalt des Dargestellten zu optimieren. In der Kunst dagegen - auch bei Grümmer
- verschlüsselt der Text oftmals die visuelle Botschaft. Wie nun verhalten sich Wort und Bild gegenwärtig im Protestantismus, der traditionsgemäß das Wort bevorzugt?
Die Ausstellung ist eine Veranstaltung innerhalb eines größeren Projektes zum Gesamtwerk von Grümmer. Sie wird kuratiert von Erich Witschke in Zusammenarbeit mit Judith Grümmer und Johannes Stahl.

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