KartäuserKirche Köln

Aus dem Winterschlaf erwacht: Offene Kartause

Am Mittwoch, 3. April, um 14.30 Uhr ist es wieder soweit: bis Ende Oktober öffnet die Kartäuserkirche allwöchentlich mittwochs ihre Pforte und Räumlichkeiten für neugierige Besucher. Zu besichtigen sind vor allem das Kirchenschiff und die drei angefügten Kapellen auf der Nordseite, bei Gelegenheit auch der im originalen Stil wiederaufgebaute Kapitelsaal in der ansonsten modernen Innengestaltung des ehemaligen Kapitelhauses.
Aus dem Winterschlaf erwacht: Offene Kartause

Die Kartäuserkirche kann sich mit den prominenten Konkurrentinnen aus der Kölner Romanik nicht vergleichen – zumal sie 1795 völlig ausgeplündert wurde. Doch haben einige Besonderheiten die Jahrhunderte überdauert und sind sogar außerhalb Kölns bekannt. So ist das eigentliche Kirchengebäude das im Kölner Raum einzige Exemplar einer original erhaltenen gotischen Ordenskirche als Saalkirche: ein hoher Raum ohne Seitenschiffe, der damit (und mit dem schlichten Dachreiter) die Bescheidenheit des kontemplativen Kartäuserordens in der Architektur demonstriert.

Sehenswert sind die in den 1950er Jahren gestalteten Glasfenster von Charles Crodel und hier vor allem die drei Hauptfenster des Chores, die in protestantischer Strenge Motive aus dem Leben Jesu und dem Alten Testament zeigen und in dieser Art ungewöhnlich für eine evangelische Kirche, zumal nach dem 2. Weltkrieg, sind. Zwei der Kapellen weisen außer ihrem gotischen Gewölbemalereien mit Motiven aus der Pflanzenwelt eine echte Besonderheit auf: die Figuren der Konsolen dienen nicht einfach zur Zierde, sondern sind innerhalb des jeweiligen Raum aufeinander bezogen und bilden dadurch eine von der Fachwelt so bezeichnete „Raumplastik“.
Erwähnenswert ist auch das in flämisch-kölnischer Kooperation im 16. Jahrhundert angefertigte Dreikönigs-Triptychon, dessen Entstehung und endgültige Aufstellung in der Neuen Sakristei eine Geschichte für sich sind.

Die Aufsicht in der Offenen Kartause wird zur Zeit abwechselnd von Herrn Thomas und Frau Neuhaus durchgeführt.

Offene Kartause, April bis Oktober, mittwochs 13.30 bis 16.30 Uhr

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